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In dem Augenblick dachte ich mir: Gut, damit werde ich jetzt wohl die Nacht verbringen. Aber ich arbeitete hastig, die Augen brannten und tränten, die Zwiebeln glitten mir aus den Händen, das Messer rutschte mir immer wieder aus. Ich hatte das Gefühl, dass ich kaum eine Handvoll schaffen konnte. Aber zum Glück kamen mir ein paar nette Kolleg:innen zu Hilfe und gemeinsam ging es dann sehr schnell.
Am nächsten Tag schickte man mich dann zum Geschirrspülen. Mit bester Absicht stapelte ich einen großen Haufen Teller, doch ich verfehlte das Beförderungsband knapp. Im nächsten Moment stand ich erstarrt vor einem großen Haufen Scherben. In der ansonsten geschäftigen Küche wurde es mit einem Mal ganz still, ich spürte, wie sich alle Blicke auf mich richteten, mein Gesicht brannte vor Scham. Ich brachte nicht mehr zustande, als leise zu flüstern: »Ups … Entschuldigung.«
Ich war sicher, dass das mein Ende sein würde. Sofort ging ich zu meiner Chefin, der Frau, die mich eingestellt hatte, und erzählte ihr alles. Doch sie hörte mir geduldig und ruhig zu, und da merkte ich, dass sie mir noch eine zweite Chance geben würde. Von dieser Frau habe ich im Laufe der Zeit so viel gelernt. Über die Jahre wurde sie für mich weit mehr als nur eine Vorgesetzte, sie wurde eine Freundin fürs Leben.
Zurück zu meinen ersten Tagen. Trotz des Vorfalls mit den Tellern rief man mich wieder in die Küche. Da wartete schon die nächste Herausforderung auf mich: die Suppe. Ich brachte es tatsächlich fertig, dreißig Liter Suppe zu verderben. Doch wieder wurde niemand laut, niemand war böse. Der Küchenchef sagte nur: »Macht nichts.« Dieser einfache Satz schenkte mir mehr Mut als alles andere.
Es gab Höhen und Tiefen, Schritte nach vorn und Momente des Stolperns. Doch gerade durch diese anfängliche Ungeschicklichkeit und meine Ängste ist mir mein ehrlicher Wille bis heute geblieben, und ich weiß, dass dieser Beginn bei ISS trotz aller Unsicherheit der mutigste Anfang meines neuen Lebens war.
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