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Executive Summary
- Hybrid Work ist etabliert: 81% der befragten Mitarbeitenden arbeiten hybrid, häufig mit ein bis zwei Tagen Homeoffice pro Woche. Viele Unternehmen müssen ihre Arbeitsumgebungen daher auf wechselnde Nutzungsmuster ausrichten.
- Homeoffice erfüllt klare Bedürfnisse: Mitarbeitende schätzen vor allem den entfallenden Arbeitsweg, bessere Vereinbarkeit und die Möglichkeit, konzentriert zu arbeiten. Das Büro muss deshalb einen Mehrwert bieten, der über einen verfügbaren Schreibtisch hinausgeht.
- Zu viel Remote Work hat Grenzen: 88% der Antworten zeigen Bedenken gegenüber langfristig hohem Homeoffice Anteil. Genannt werden vor allem schwächere berufliche Netzwerke, weniger Beziehung zu Kolleg und begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten.
- Das Büro bleibt wichtig: 71% der befragten Mitarbeitenden sehen das Büro weiterhin als relevant, bei der Generation Z sind es 75%. Besonders wichtig ist das Büro für Austausch, Lernen und soziale Verbindung.
- Arbeitsplatzqualität beeinflusst Präsenz: Ein Viertel der Antworten zeigt Unzufriedenheit mit dem aktuellen Büroumfeld oder den Facilities. Gleichzeitig sagen 64% der Antworten, dass eine bessere Workplace Experience sie motivieren würde, häufiger ins Büro zu kommen.
Hybrid Work ist angekommen
Hybride Arbeit ist für viele Mitarbeitende kein Übergangsmodell mehr. Laut Report arbeiten 81% der Befragten hybrid. Besonders verbreitet ist ein Modell, bei dem Menschen ein bis zwei Tage pro Woche von zu Hause arbeiten. 47% erwarten, dass sich ihre Homeoffice Muster in den nächsten fünf Jahren nicht verändern.
Für Unternehmen bedeutet das: Die Arbeitswelt bewegt sich nicht einfach zurück zu früheren Routinen. Mitarbeitende haben erlebt, dass bestimmte Aufgaben zu Hause gut funktionieren. Der entfallende Arbeitsweg schafft Zeit. Konzentrierte Arbeit fällt vielen leichter. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben wird als Vorteil wahrgenommen.
Damit verändert sich die Erwartung an das Büro. Wer den Weg ins Büro auf sich nimmt, erwartet einen Arbeitstag, der vor Ort besser funktioniert als zu Hause. Das kann Austausch sein, gemeinsames Lernen, kreative Zusammenarbeit, spontane Abstimmung oder ein Umfeld, das Konzentration ermöglicht, wenn das Homeoffice dafür gerade weniger geeignet ist.
Das Büro bleibt relevant, aber seine Rolle verändert sich
Mitarbeitende stellen das Büro nicht grundsätzlich infrage. 71% sehen es weiterhin als wichtig. Besonders hoch ist dieser Wert bei jüngeren Generationen. Bei der Generation Z liegt er bei 75%, bei Millennials bei 72% .
Der Grund liegt weniger im Schreibtisch selbst. Der größte wahrgenommene Vorteil des Büros ist laut Report die Zeit mit Kolleg. Danach folgen Wissenstransfer und Lernen. Das Büro wird damit stärker zu einem Ort für Beziehung, Orientierung und Entwicklung.
Diese Rolle ist für Unternehmen relevant. Kultur entsteht nicht allein durch digitale Meetings. Neue Mitarbeitende lernen viel über Beobachtung, informelle Gespräche und gemeinsame Routinen. Teams bauen Vertrauen leichter auf, wenn sie auch persönliche Berührungspunkte haben. Führungskräfte spüren im direkten Kontakt schneller, wo Fragen offen sind oder Belastung entsteht.
Gleichzeitig reicht es nicht, das Büro als Standardarbeitsort vorauszusetzen. Unterschiedliche Aufgaben brauchen unterschiedliche Umgebungen. Manche Tätigkeiten verlangen Ruhe, andere profitieren von direkter Zusammenarbeit. Der Wert des Büros entsteht dort, wo der Raum, die Services und der Tagesablauf zur Aufgabe passen.
Präsenz entsteht durch Wert
Viele Unternehmen versuchen, Büropräsenz über Vorgaben wieder planbarer zu machen. Solche Ansätze können die Anwesenheit kurzfristig Anwesenheit erhöhen. Das eigentliche Thema bleibt damit aber bestehen: Menschen kommen verlässlicher, wenn sie den Tag vor Ort als sinnvoll erleben.
64% der Antworten zeigen, dass eine bessere Workplace Experience Mitarbeitende motivieren würde, häufiger ins Büro zu kommen. Diese Zahl ist zentral, weil sie den Blick verschiebt. Es geht nicht nur darum, ob Menschen anwesend sind. Entscheidend ist, ob der Bürotag für sie funktioniert.
Ein Bürobesuch beginnt nicht erst am Schreibtisch. Er beginnt mit der Entscheidung, überhaupt hinzufahren. Danach folgen viele Momente, die den Tag prägen: die Anreise, das Ankommen im Gebäude, die Suche nach einem passenden Platz, die Qualität der Besprechungsräume, die Verfügbarkeit der Technik, die Möglichkeit für Pausen und die Frage, ob Begegnungen mit Kolleg tatsächlich entstehen.
Wenn diese Momente gut ineinandergreifen, wird Präsenz wertvoller. Wenn sie mühsam sind, entsteht Frust. Dann kann ein belegter Arbeitsplatz in der Statistik gut aussehen, obwohl die Erfahrung dahinter schwach bleibt.
Standardlösungen greifen zu kurz
Hybride Arbeit hat die Erwartungen stärker ausdifferenziert. Manche Mitarbeitende brauchen im Büro vor allem Ruhe. Andere kommen wegen Meetings, sozialem Austausch oder Lernmöglichkeiten. Wieder andere suchen dort genau die Struktur, die zu Hause fehlt.
Standardisierte Konzepte geraten dadurch an Grenzen. Ein offener Bereich kann für manche Energie erzeugen und für andere Ablenkung bedeuten. Flexible Sitzplätze schaffen Wahlmöglichkeiten, können aber auch Unsicherheit auslösen, wenn Menschen nicht wissen, ob sie den richtigen Ort für ihre Aufgabe finden. Ein Meetingraum wirkt funktional, bis Technik, Akustik oder Verfügbarkeit den Ablauf stören.
Solche Reibungen sind oft klein, wirken aber über den Tag hinweg. Sie zeigen sich nicht immer in Auslastungsdaten. Ein Raum kann genutzt werden und trotzdem die Zusammenarbeit erschweren. Ein Büro kann gut besucht sein und dennoch nicht das leisten, was Mitarbeitende brauchen.
Anwesenheit allein ist kein ausreichender Erfolgsindikator. Unternehmen müssen genauer verstehen, wie der Bürotag erlebt wird und wo der Arbeitsplatz echte Wirkung entfaltet.
Workplace Experience entsteht in Momenten
Der Report beschreibt den Arbeitsplatz als Abfolge von Momenten und Kontaktpunkten. Genau darin liegt eine starke Perspektive für Facility Management. Arbeitsplatzqualität entsteht nicht nur durch Fläche oder Design. Sie entsteht im Zusammenspiel vieler Services, die den Tag vor Ort leichter oder schwieriger machen.
Wenn Mitarbeitende ankommen, zählt Orientierung. Wenn sie arbeiten, zählen Funktionalität, Sauberkeit, Raumklima, Technik und ein Umfeld, das zur Aufgabe passt. Wenn sie Pausen machen, kann ein gutes Food Angebot Begegnung fördern und Energie geben. Wenn Teams zusammenarbeiten, müssen Räume, Services und digitale Unterstützung den Austausch erleichtern.
Facility Management wirkt genau an diesen Kontaktpunkten. Reinigung, Technik, Food Services, Workplace Services und Support Prozesse beeinflussen, ob Menschen den Bürotag als stimmig erleben. Der Beitrag von Facility Management liegt damit nicht nur im Betrieb eines Gebäudes. Er liegt darin, Präsenz so zu unterstützen, dass Menschen vor Ort besser arbeiten, lernen und zusammenkommen können.
Viele Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Flächen effizient zu nutzen und gleichzeitig attraktive Arbeitsumgebungen zu schaffen. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Servicequalität, Nachhaltigkeit, Sicherheit und Flexibilität. Das Büro muss seinen Wert im Alltag beweisen.
Wie Präsenz wieder wertvoll wird
Präsenz im Büro entsteht nicht allein durch Vorgaben. Unternehmen können Anwesenheit zwar organisieren, aber damit ist noch nicht geklärt, ob der Arbeitstag vor Ort für Mitarbeitende sinnvoll ist. Entscheidend ist, ob das Büro einen Wert schafft, den das Homeoffice in dieser Form nicht leisten kann.
Daraus ergeben sich vier Leitgedanken für Unternehmen:
- Präsenz über Erfahrung steuern: Der Bürotag muss mehr leisten als Anwesenheit. Er sollte Zusammenarbeit erleichtern, Lernen ermöglichen und den informellen Austausch fördern, der in digitalen Formaten oft schwerer entsteht. Wenn Mitarbeitende vor Ort erleben, dass Begegnungen, Abstimmungen oder kreative Arbeit besser funktionieren, gewinnt Präsenz an Bedeutung.
- Den Bürobesuch am konkreten Nutzen ausrichten: Eine bessere Workplace Experience kann Mitarbeitende motivieren, häufiger ins Büro zu kommen. Dafür reicht ein freier Arbeitsplatz nicht aus. Der Weg ins Büro lohnt sich, wenn der Tag vor Ort spürbar besser funktioniert: weil Räume zur Aufgabe passen, Technik verlässlich läuft und Services den Arbeitsalltag unterstützen.
- Unterschiedliche Arbeitssituationen berücksichtigen: Ein einheitliches Arbeitsplatzkonzept wird den heutigen Erwartungen immer seltener gerecht. Manche Mitarbeitende suchen Ruhe, andere Austausch oder Struktur. Unternehmen sollten deshalb Arbeitsumgebungen schaffen, die unterschiedliche Bedürfnisse im Tagesverlauf unterstützen, statt von einem durchschnittlichen Nutzungsmuster auszugehen.
- Den Bürotag als zusammenhängendes Erlebnis gestalten: Präsenz beginnt nicht erst am Schreibtisch. Sie entsteht durch viele Momente: die Planung des Tages, das Ankommen im Gebäude, die Suche nach dem passenden Arbeitsplatz, Pausen, Meetings, Essen und der Austausch mit Kolleg. Facility Management wirkt genau an diesen Punkten. Wenn Services, Räume und Abläufe gut zusammenspielen, wird das Büro als Ort erlebt, der Arbeit erleichtert und Verbindung ermöglicht.
Die zentrale Frage lautet daher: Ist das Büro den Weg wert? Unternehmen, die diese Frage ernst nehmen, betrachten Präsenz nicht als reine Anwesenheit. Sie gestalten Arbeitsumgebungen, in denen Menschen vor Ort besser arbeiten, lernen und zusammenkommen können.
FAQ
Über den Autor
Christoph Hagmann
Specialist Communication bei ISS Österreich
Christoph Hagmann arbeitet als Specialist Communication bei ISS Österreich und gestaltet in dieser Rolle die interne und externe Kommunikation sowie die PR-Arbeit des Unternehmens. In seiner Funktion entwickelt er strategische Kommunikationsinhalte, sorgt für klare Botschaften und unterstützt die Präsentation nach innen und außen. Als Teil der Redaktion trägt er dazu bei, spannende Einblicke in die Arbeitswelt und Themen von ISS zu vermitteln.
Quellen
ISS interne Daten (2025): Auswertung internationaler Mitarbeitenden- und Kundenbefragungen