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Vom Teppichtrauma in die Industrie

 

Obwohl ich bereits seit 2006 im Personalwesen tätig bin, begann meine eigentliche Geschichte bei ISS erst 2018. In diesem Jahr nahm mich Brigitte, meine neue Kollegin, als Business-Partner in Linz in die ISS Familie auf. Zu dieser Zeit bestand mein Arbeitsalltag noch aus dem klassischen Bürojob von 8 bis 17 Uhr in einem zehn Quadratmeter großen Büro. Darin lag ein alter, ausgefranster Teppich, der seine besten Tage definitiv hinter sich hatte. Zu meinen Hauptaufgaben gehörten die Beratung der Führungskräfte, das Recruiting, das Personalcontrolling sowie die Organisation und Durchführung von Schulungen für unsere Mitarbeiter:innen. 

 

Durch meine Tätigkeit führte ich damals viele Gespräche mit Service Managern, einige waren neu bei uns im Unternehmen, andere waren wahre ISS Urgesteine. Während dieser Gespräche bewegte sich etwas in mir und ich verspürte zum ersten Mal den Wunsch nach Veränderung. Also stellte ich mir eine ehrliche Frage: Möchte ich wirklich bis zur Pension jeden Tag von 8 bis 17 Uhr in diesem Büro sitzen? Die Antwort war völlig klar: Nein, das möchte ich sicher nicht. Und selbst wenn der Teppich irgendwann erneuert werden würde, war das nicht die Veränderung, die ich suchte.

 

Die Stellen der Service Manager:innen wirkten auf mich wie ein Traumjob: Man bekam ein cooles Firmenauto, konnte sich seine Zeit viel freier einteilen und scheinbar hatte man immer Zeit für einen Kaffee. Natürlich wusste ich aus den Gesprächen, dass hinter dem Job weit mehr steckt. Aber genau dieses »mehr« reizte mich auch: Verantwortung, Abwechslung, Organisation – Dinge, die mir schon in meiner Schulzeit lagen.

 

Fischer Jürgen
Account Manager
ISS Österreich
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Also nahm ich meinen Mut zusammen und teilte Brigitte meinen Wunsch mit. Begeistert war sie zunächst nicht, aber sie wollte mir diese Entwicklung nicht verwehren und unterstützte mich, trotz vieler Stimmen, die versuchten, mir diesen Schritt auszureden. Dann kam noch meine Kollegin Monika ins Spiel und erzählte mir, dass Adnan gerade einen neuen Service Manager suchte. Mit der Unterstützung und dem guten Zureden der beiden Damen fasste Adnan dann schließlich den Mut, mich trotz meiner fehlenden Erfahrung als echten Quereinsteiger in sein Team zu holen.

 

Im Jänner 2020 absolvierte ich die Lehrabschlussprüfung zum Reinigungstechniker und startete offiziell als Service Manager in der Unterhaltsreinigung. Ich war sehr motiviert, und selbst mein erstes Firmenauto konnte meine Vorfreude nicht trüben – denn es war nicht so cool, wie ich es mir vorgestellt hatte: Es hatte zahlreiche Dellen und innen herrschte ein strenger Geruch. Doch es sollte nur ein kurzes Vergnügen werden, denn ein neues Fahrzeug war bereits bestellt.

 

Und dann ging es endlich so richtig los! Aber von wegen um 10 Uhr kommen und um 13 Uhr gehen: Mein Handy begann bereits um 5 Uhr morgens zu klingeln und Anrufe kamen auch nicht selten am Sonntag um 17 Uhr, wo ich eigentlich anderes im Kopf hatte als die Arbeit. Kund:innen, Mitarbeiter:innen, Kolleg:innen, selbst mein Nachfolger als Business-Partner, alle hatten ständig ein neues Anliegen. Natürlich gab es da auch Momente, in denen ich meine Entscheidung hinterfragte. Doch mit der Zeit wurden die Abläufe leichter und strukturierter und ich entwickelte eine Routine.

 

Na ja, und scheinbar machte ich meine Arbeit gut, denn schon bald folgte für mich der Schritt in die Industriereinigung. Was die Industriereinigung ist? Dabei handelt es sich um die Reinigung von Maschinen und kompletten Anlagen mit Spezialgeräten wie Ultrahochdruck- oder Trockeneisreinigern. Ein sehr spezieller technischer Bereich, in dem ich mich schnell zurechtfand.

 

Im Jahr 2023 kam dann die nächste große Herausforderung: die Hochofenzustellung bei unserem Kunden. 40 zusätzliche Mitarbeiter:innen im Vierschichtbetrieb, sieben Tage die Woche. Arbeiten bei 50 Grad Celsius auf engstem Raum, in luftigen Höhen und mitten im Hochofen. Alles voller Zunder, Metallstaub und Schmieröl. Die Liste der benötigten Geräte war endlos und vieles davon hatte ich zuvor noch nie gesehen. Und dann waren da noch die sicherheitstechnischen Anforderungen – darüber könnte man ein eigenes Buch schreiben. Doch gemeinsam mit meinem Team meisterten wir die Aufgabe so gut, dass wir sie 2024 gleich noch einmal übernehmen durften. Dem Kunden hat unsere Arbeit offenbar sehr gefallen. 

"Was die Industriereinigung ist? Dabei handelt es sich um die Reinigung von Maschinen und kompletten Anlagen mit Spezialgeräten wie Ultrahochdruck- oder Trockeneisreinigern. Ein sehr spezieller technischer Bereich, in dem ich mich schnell zurechtfand."

Mittlerweile habe ich die Meisterprüfung zum Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger erfolgreich abgeschlossen und bin heute als Account Manager weiterhin ein Teil von Adnans Team. Ich habe jetzt ein richtig gutes Firmenauto. Und ja, meine Arbeitszeiten sind immer noch länger als von 10 bis 13 Uhr, aber das ist völlig in Ordnung. Denn ich liebe meinen Job und schätze den täglichen Austausch mit meinen Kolleg:innen, die längst zu Freund:innen geworden sind. Und die Abwechslung in der Industriereinigung macht die Arbeit jeden Tag spannend. Genau deshalb bin ich hier richtig.

Über den Autor

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Fischer Jürgen

Account Manager

Jürgen Fischer arbeitet seit 2018 bei ISS Österreich. Sein Weg führte ihn von der P&C-Abteilung als Quereinsteiger bis zur Meisterprüfung. Heute verantwortet er als Account Manager bei einem Kunden in Linz das Hochofenreinigungsteam und verbindet operative Nähe mit klarer Organisation. Besonders hervorzuheben sind sein Mut zur Veränderung, seine Praxisnähe und sein Verständnis für die Menschen im Einsatz.